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3. Platz für Junkers in der Wasserschlacht

Auch wenn es ungehörig ist, sich als Gastgeber zuerst zu nennen – dieses Mal muss eine Ausnahme gelten. Bei der neunten Auflage der Wasserschlacht, dem Kanupolo-Turnier der Junkers Paddelgemeinschaft, hat zum ersten Mal ein Junkers-Team einen Podiumsplatz erreicht.

Kanupoloboote vor der Schwimmhalle.
Potsdam räumt auf. – Foto: Thomas Steinberg

Die schwarzen Schafe vom Rübenberg“, eines von zwei Junkers-Teams, haben im entscheidenden Spiel die Vorjahressieger DDF Veltrusy aus Prag mit 3:2 geschlagen – und das sogar in der Gruppe A. Weniger Erfolg war dem B-Team von Junkers beschieden: Die „Junkernauten“ mussten sich mit dem sechsten und letzten Platz begnügen.

Den neugestalteten und gewichtigen Wanderpokal im A-Turnier konnten die „Ruderenten“ mit ins Bootshaus des Leipziger Kanu-Clubs nehmen – nachdem sie das Team „BallerLina“ vom selben Verein mit 6:4 geschlagen hatten.

Im B-Finale ließ das Team vom Polpo Jena den Erfurtern von AMAgäddon mit 8:1 keine Chance. Für die Jenaer bedeutet das: Im kommenden Jahr rücken sie automatisch in die spielstärkere Gruppe A auf.

Platz Team Verein
A-Turnier
1 Ruder­enten Leipziger Kanu-Club
2 Baller­Lina Leipziger Kanu-Club
3 Die Schwarzen Schafe vom Rücken­acker JPG Dessau
4 Veltrusy DFF Veltrusy Prag
5 Paddel­miezen Oldies SG Glauchau/Potsdam/Hamm
6 Ostsee­pferd­chen Rostocker Kanu Club
7 Die Durstigen TiB 1848 e.V. Berlin
B-Turnier
1 Polpo Jena Jenaer Kanu- und Ruder­verein
2 AMA­gäddon Bewegen Erfurt
3 Ich fühl mich Disco Hoch­schul­sport Rostock
4 BSV Böllberger Sport­verein Halle
5 Besteck­kasten plus Hoch­schul­sport Rostock
6 Junker­nauten JPG Dessau

n jeder Hinsicht ungewöhnlich gestaltete sich das Spiel zwischen den Paddelmiezen Oldies und den Rostocker Ostseepferdchen um Platz fünf der Gruppe. In der Finalrunde der Wasserschlacht dauert eine Spielzeit eigentlich zehn Minuten. Doch die Kampfrichter ließen die Stoppuhr versehentlich auf sieben Minuten stehen, wie in den Vorrunden gespielt wird. Um das zu korrigieren, wurde eine dritte „Halbzeit“ ausgetragen. Nach dieser stand es 5:5 – das Spiel ging in die Verlängerung und endete erst nach 27 Minuten mit dem Golden Goal für die Paddelmiezen.

Der Name Paddelmiezen lässt es erahnen: Das Team bestand fast ausschließlich aus Frauen. Der einzige Mann, dessen Teilnahme die Turnierregeln erzwangen, sah sich selbst nur als Platzhalter. Bei den Ostseepferdchen hingegen saßen vor allem Männer in den Booten. „Wir spielen seit vielen Jahren zusammen“, kommentierte eine Spielerin des Siegerteams im Anschluss. „Das kann am Ende doch den Vorteil bringen – auch gegen die schweren Männer mit vielleicht ein paar mehr Muskeln.“

Spiel Team 1 Ergebnis Team 2
Turnier A
Plat­zierung Paddel­miezen Oldies 8:6 Die Durstigen
Plat­zierung Ostsee­pferd­chen 5:6 Paddel­miezen Oldies
Halb­finale DFF Veltrusy 3:4 BallerLina
Halb­finale Ruder­enten 2:1 Die schwarzen Schafe vom Rücken­acker
Spiel um Platz 3 DFF Veltrusy 2:3 Die schwarzen Schafe vom Rücken­acker
Finale Baller­Lina 4:6 Ruder­enten
Turnier B
Plat­zierung Junker­nauten 1:4 Besteck­kasten plus
Halb­finale AMA­gäddon 6:0 Ich fühl mich Disco
Halb­finale Polpo Jena 3:1 BSV
Spiel um Platz 3 Ich fühl mich Disco 6:4 BSV
Finale AMA­gäddon 1:8 Polpo Jena

Zu den Teams, die zu jeder Wasserschlacht antreten, gehört das Team DDF Veltrusy aus Prag (oder genauer aus der Nähe der tschechischen Hauptstadt). Die Anreise, wiegelte Tomáš ab, sei „eigentlich nicht so weit“, und sie lohne sich, um in einer Schwimmhalle spielen zu können. „Wenn wir eingeladen werden, sind wir nächstes Jahr wieder dabei.“

Milena wohnt zwar in Leipzig, spielt aber regelmäßig für Junkers und hat ihren Anteil am 3. Platz für die „Schwarzen Schafe“. Was für sie das Besondere an der Wasserschlacht sei? „Man hat hier viele Mannschaften mit so ganz verschiedenen Spielniveaus, und alle versuchen, das Beste daraus zu machen.“ Und: „Die Leute, die es organisieren, sind total herzlich.“

Zu denen gehört Gabi Hädicke, die zwei Tage lang die Versorgung organisierte. Rund 20 Leute seien von der Junkers Paddelgemeinschaft im Einsatz gewesen, „immer in wechselnden Schichten“. Sie reichten 300 Brötchen, 200 Brezeln, 160 Würstchen, 80 Kuchen und „vieles, vieles mehr“ über den Tresen.

Auch ohne Ralph Schüler, der selbst nicht regelmäßig paddelt, ist die Dessauer Wasserschlacht schwer vorstellbar. Zwei Tage lang hatte er auch in diesem Jahr das Turnier wieder moderiert, „weil mir das immer von Anfang bis Ende Spaß macht“. Kanupolo sei „immer spannend, und es ist immer ein Kracher. Ich kann nur werben für diese Sportart“.

Micha Mura muss man nicht erst vom Kanupolo überzeugen – er hat wesentlichen Anteil daran, dass diese Kanusport-Disziplin bei Junkers fest etabliert ist. Für die 9. Wasserschlacht hatte er die Gesamtorganisation übernommen. Die größte Herausforderung „ist es, alles unter einen Hut zu bekommen und erst einmal selbst zu realisieren, was alles gemacht werden muss. Aber das geht dann andererseits wieder ganz gut, indem man sich mit Leuten bespricht“ – auch schon Monate vorher.

Das Turnier habe mit 14 Mannschaften den Eichstrich erreicht, sagte Micha. Für das nächste Jahr kündigte er eine kleine Hürde an, damit sich nur die Teams bewerben, „die wirklich, wirklich spielen wollen“.

Dass es eine 10. Wasserschlacht geben wird, steht für Heiko Schrenner, Vereinschef der Junkers Paddelgemeinschaft, außer Frage. „Wir haben mal überlegt, ob man den Namen ändert in diesen Zeiten: Wasserschlacht. Aber es ist ein Kanupolo-Turnier, und fertig.“

Während des Turniers habe er überlegt, wie Kanupolo eigentlich zu Junkers gekommen sei: „Wir haben auf der Elbe in den Buhnen mit Slalombooten Kanupolo gespielt. Dann kam das Hochwasser, unser Bootshaus war abgesoffen. Leipzig hatte uns angeboten, acht alte Kanupoloboote zu übernehmen. Wir brauchten das Geld eigentlich für anderes, aber wir haben es trotzdem gemacht. Wir konnten mit dem Sportamt das Kenterrollentraining in der Schwimmhalle aushandeln. Schließlich haben wir gesagt: ‚Okay, wir machen ein Freizeitturnier.‘ Und das hat wirklich eingeschlagen, seitdem ist Dessau ein Hotspot für Kanupolo, zumindest in Sachsen-Anhalt. Und bei Junkers ist Kanupolo mit zwei Mannschaften inzwischen eine richtig feste Säule.“