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Baureport: Alt neben neu

17 Tonnen schwer: Das Bohrgerät der Delitzscher Firma Perner. – Foto: Thomas Steinberg

89 Jahre nachdem das Bootshaus errichtet wurde, sechs Jahre nach dem großen Hochwasser und anderthalb Jahre nach Baubeginn hat die Jun­kers Paddel­ge­mein­schaft jetzt ihren Ersatzneubau mit einer großen Feier eröffnen können.

Das vom Dessauer Architekten Andreas Gelies entworfene Gebäude beherbergt die Sanitärräume, einen Sportraum und einen kleinen Aufenthaltsraum. Bauherrin des knapp 500000 Euro teuren Gebäudes war die Stadt Dessau-Roßlau, finanziert wurde es zum allergrößten Teil aus Landesgeldern zu Beseitigung von Hochwasserschäden.

Heiko Schrenner, Vorsitzender der Jun­kers Paddel­ge­mein­schaft dankte deshalb den Steuerzahlern, es sei nämlich keine Selbstverständlichkeit in einem Land zu leben, in dem gemeinnützige Vereine so stark gefördert würden. Es sei dennoch ein steiniger Weg zurückgelegt worden, bis die Investitionsbank die Gelder genehmigen wollte, weil der von Hochwasser verursachte Schaden auf lediglich 70000 Euro geschätzt worden war und ein Kostensprung auf ursprünglich 250000 Euro zunächst nicht vertretbar erschien.

Für Robert Reck, Dezernent für Wirtschaft, Kultur und Sport, ist der Neubau ein Beispiel, wie moderne Architektur „sehr schön“ neben ein altes Gebäude gesetzt werden kann.

Anfassen und nutzen

Statt es selbst zu erklären, sollten die Nutzer das Haus einfach anfassen und nutzten, meinte Architekt Andreas Gelies. Während im Gebäude selbst eher Profanes geschehe – „man trainiert, geht aufs Klo oder duscht“ – habe er besondere Freude an der „Junkers-Kaffeterrasse“ mit dem Blick auf die Elbe.

Stadt und Verein hatten ursprünglich gehofft, den Bau wesentlich früher fertigstellen zu können. Doch es kam zu Verzögerungen: Niemand wollte das Projekt als Generalunternehmer abwickeln, weshalb die Lose einzeln ausgeschrieben werden mussten. Fast ein halbes Jahr wiederum ging verloren, als mitten in den Bauarbeiten die angeheuerte Sanitärfirma Insolvenz anmeldete und ersetzt werden musste.

Der Neubau könnte eine Flut wie 2013 problemlos überstehen und hätte dann immer noch Reserven von 70 Zentimeter.

Medaille und Spende

Bevor die offizielle Einweihungsfeier in eine Party überging, wurde Uwe Hammer, Ehrenvorsitzender der Jun­kers Paddel­ge­mein­schaft für sein langjähriges Engagement mit der Ehrenmedaille des Landessportbundes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Der Roßlauer Pflegediesnt Dießner unterstützt seit Jahren die Jun­kers Paddel­ge­mein­schaft finanziell und übergab symbolisch eine Spende von 500 Euro.

Hintergrund

Es ist der aufwendigste Umbau in der Geschichte des Bootshauses: Abgesetzt vom historischen Baukörper wird ein hochwassersicherer Ersatzneubau errichtet. Darin werden der Sport- und Sanitärtrakt untergebracht.

Die Kosten werden zum größten Teil aus dem Bund/Länder-Programm „Aufbauhilfe Hochwasser 2013“ gedeckt. Beim Hochwasser 2013 war zum ersten Mal überhaupt das Bootshaus der Jun­kers Paddel­ge­mein­schaft geflutet worden.